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Kunst Projekt Klettpassage Stuttgart Hbf 2010¿¡¼ ÀÔ»óµÈ ÀÌ
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Mein Schatz/ ³ªÀÇ º¸¹°
2010
Plastic, golden painting
Die Arbeiten des koreanischen Künstlers Tae-kyun Kim haben ihren
Ausgangspunkt in der alltäglichen Realität. Immer wieder nutzt er
das normalerweise Unsichtbare – etwa indem er den Schatten eines
Stuhles als plastisches Objekt umsetzt – und verweist den Betrachter
damit auf einen unbeachteten, ästhetischen Aspekt der Realität. Auch
Diagramme, Schriftzeichen oder Pläne finden Eingang in seine
künstlerische Produktion, wo sie zwar einerseits eine – oft versteckte –
Information vermitteln, andererseits aber – und das ist wichtiger –
als ästhetisches Gebilde wirken. In seinem speziell für die Klett-Passage
geschaffenen Objekt verfolgt der Künstler eine ähnliche Strategie.
Mit der runden Form und der goldenen Farbe erinnert es an eine
wertvolle Krone oder ein Schmuckstück – vielleicht einen
überdimensionierten Armreif. Die ungewöhnliche Form der Ränder
bleibt aber zunächst rätselhaft. Um das Objekt in seiner ganzen
Bedeutung zu entschlüsseln, bedarf es einer genauen
Beobachtungsgabe. Denn nur bei sehr aufmerksamem Hinsehen oder
dank eines möglichen Vorwissens wird dem Betrachter bewusst, dass
das Objekt dem Grundriss der Klett-Passage folgt, der schließlich zu
einem Ring gebogen wurde.
Der Künstler offeriert dem Passanten in dem unterirdischen,
minenartigen Bauwerk eine Art „Edelstein¡°, ein „Juwel¡°. Und genau
das ist das künstlerische Selbstverständnis Tae-kyun Kims: Er sieht sich
als Interpret des Alltags, der Verborgenes aufspürt und mit Hilfe formaler
Verwandlung versucht, das Poetische im Banalen wahrnehmbar zu
machen. Aber der angebotene „Schatz¡° erschließt sich dem Passanten
nicht automatisch. In seiner Vielschichtigkeit begreift er ihn erst, wenn
er ihn einer aufmerksamen Betrachtung unterzieht und so sein G
eheimnis zu lüften versteht.
-Winfried Stürzl